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Allmendeproblematik

Die "Tragik der Allmende" ist eine Situation, in der Individuen, die in ihrem eigenen Interesse handeln, entgegen dem Gemeinwohl aller anderen handeln. Sie verbrauchen oder verschmutzen eine gemeinsame Ressource (zum Beispiel Grundwasser, Fischbestände im Meer, saubere Luft) durch ihr kollektives Handeln.

Die "Allmende" war im Mittelalter ein Stück Land, das von den Bewohnern eines Dorfes gemeinschaftlich genutzt wurde. Jeder Bewohner durfte Vieh auf das gemeinsame Grundstück stellen. Solange die Bewohner nur wenig Vieh auf der Allmende weiden lassen, wächst das Gras schnell genug nach und alles ist gut. Wenn aber insgesamt zu viel Vieh auf dem Land grast, wird das Gras komplett aufgefressen und der Boden erodiert. Alle tragen dann den Schaden. Das individuelle Interesse (ich möchte dort viel Vieh weiden lassen) kollidiert mit dem Gemeinwohl (alle möchten, dass die Allmende nutzbar bleibt.)

Grundsätzlich gibt es mehrere Möglichkeiten, das Allmendeproblem zu lösen. In einem kleinen Dorf funktioniert dies für gewöhnlich über gemeinsame soziale Normen und Werte. Der Anstand gebietet, dass man nicht zu viel Vieh auf der Allmende hat und im Zweifelsfall redet man miteinander. Diese Lösung setzt gemeinsame Werte voraus und funktioniert am besten, wenn für alle Beteiligten transparent ist, wie stark die Allmende von wem genutzt wird.

Falls der Zugriff auf die Allmende eingeschränkt oder kontrolliert werden kann, ist es auch eine Möglichkeit, das Gemeingut zu privatisieren. Ein Bauer könnte die Weide von der Dorfgemeinschaft kaufen oder pachten und einzäunen. Er allein bestimmt nun, welches Vieh auf der Weide steht, aber von der Zahlung profitiert die Gemeinschaft. 

Eine dritte Möglichkeit wäre die Regulierung der Allmende. Die Bewohner könnten sich darauf einigen, wie viel Vieh pro Familie auf die Weide darf oder dass für jedes Stück Vieh eine Gebühr an die Gemeinschaft zu entrichten ist. 

Auf staatlicher Ebene gibt es zahlreiche solcher Lösungen. Zum Beispiel zahlen Forst- und Landwirte eine Gebühr für die Entnahme von Grund- und Oberflächenwasser - den sogenannten “Wassercent”. Sinkt der Grundwasserspiegel zu stark, dann könnte die Gebühr erhöht werden, um das Gemeingut Grundwasser vor Übernutzung zu schützen.

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